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Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit Georgien

Giorgi Kwirikaschwilli, Premierpraesident von Georgien in Tiflis

Bei seinem Delegationsbesuch im Mai 2017 trifft der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller den Premierminister Georgiens Giorgi Kwirikaschwili, © Ute Grabowsky / photothek.net

12.12.2018 - Artikel

Deutschlands staatliche Entwicklungspolitische Zusammenarbeit (EZ) mit Georgien erstreckt sich im Rahmen des Regionalprogramms der Kaukasus-Initiative der Bundesregierung auf den gesamten Südkaukasus. Die Programme sind daher in Georgien, Armenien und Aserbaidschan aktiv. Inhaltlich konzentriert sich die deutsche EZ im Südkaukasus auf die drei Schwerpunkte

  • Umwelt,
  • nachhaltige Wirtschaftsentwicklung,
  • Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung.

In diesem Rahmen beauftragt Deutschland in Gestalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Durchführungsorganisationen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), KfW-Entwicklungsbank (KfW) und Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) mit der Durchführung verschiedener Vorhaben. Weiterhin sind politische Stiftungen und andere Organisationen in der staatlichen EZ aktiv. Eine Übersicht der Akteure staatlicher EZ finden Sie hier.


GIZ und PTB arbeiten eng mit georgischen Ministerien, Gemeinden und anderen Institutionen zusammen, wie auch mit Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NROs). Zum Beispiel berät die GIZ die Regierung zur Einführung der dualen Berufsbildung in Georgien oder zur Reform von Gesetzgebung und Justiz. Weiterhin führt die GIZ Fortbildungen für staatliche und zivilgesellschaftliche Stellen durch. 

Für die Finanzielle Zusammenarbeit mit Partnerländern ist die KfW zuständig. Sie vergibt zinsgünstige Kredite, wo langfristig Kapital fehlt oder der Markt nicht hinreichend funktioniert. Die Kredite erhält entweder direkt der Staat oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts.

Die Deutsche EZ hat das Ziel einer Verbesserung des Managements von Biodiversität (Vielfalt von Arten und Ökosystemen) und des Erhalts von Ökosystemdienstleistungen (Nutzen, den Menschen von Ökosystemen beziehen, wie z.B. sauberes Wasser, Erosionsschutz). Hierzu fordert die GIZ die Ausarbeitung von Strategien und Regularien, wirkt mit an der Stärkung der Kapazitäten von Aus- und Fortbildungseinrichtungen sowie Umweltbildungszentren und berät zu nachhaltiger und ressourcenschonender Bewirtschaftung im Forst- und Agrarsektor. Die KfW unterstützt die Einrichtung, das Management und die nachhaltige Finanzierung von Naturschutzgebieten.

Hierzu gehören die Themen duale Berufsbildung, Wirtschafts- und Handelsförderung, wirtschaftliche Teilhabe von Binnenvertriebenen und der Ausbau international anerkannter Qualitätsinfrastrukturen (z.B. Normung, technische Regeln).

  • Die GIZ berät die Ministerien für Wirtschaft und Bildung, um Berufsbildungsangebote nach dem dualen System im Südkaukasus zu etablieren.
  • Aufgrund von Gebietsstreitigkeiten wurden über 900.000 Menschen in den Ländern des Südkaukasus vertrieben. GIZ und KfW-Entwicklungsbank unterstützen die soziale und wirtschaftliche Teilhabe dieser Menschen. Ziel ist eine verbesserte Integration durch mehr Möglichkeiten für Erwerbstätigkeit, Zugang zu sozialen Dienstleistungen und Weiterbildung und eine verbesserte Wohnsituation.
  • Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) fördert den Auf- und Ausbau von Infrastruktur im Mess-, Normen-, Prüf- und Qualitätswesen nach international anerkannten Standards. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit lokal produzierter Güter im Welthandel.

In diesem Schwerpunkt der EZ steht die Modernisierung des Rechts- und Justizwesens sowie der kommunalen Selbstverwaltung und des Managements öffentlicher Finanzen im Blickpunkt.

  • Durch die Rechts- und Justizreformberatung fördert die GIZ einen länderübergreifenden Rechtsstaatsdialog in den drei Staaten des Südkaukasus. Ziel ist die Festigung verfassungskonformer Rechtswesen. Die Beratung umfasst die Themen Rechtsstaat, Gesetzgebung und –anwendung, Rechtspopularisierung und Gesetzesfolgeabschätzung.
  • Die Modernisierung der kommunalen Selbstverwaltung fördert die GIZ beispielsweise durch Einrichtung von Bürgerbüros, Verbesserung der IT-Systeme und Unterstützung der Haushaltsführung. Sie unterstützt auch die Einbindung von Frauen in der Kommunalpolitik.
  • Weiterhin berät die GIZ Finanzministerien, Steuerverwaltungen, Parlamente und Rechnungshöfe dazu, wie öffentliche Finanzen besser verwaltet werden können.


Daniel Haas

Leiter des Referats für entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Sheraton Metechi Palace Hotel

Telawi Str. 20, 0103 Tiflis

Tel.: 00995 - 32 - 24 47 300

Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit insgesamt sowie zu den Förderangeboten der Bundesregierung für deutsche und ausländische Nichtregierungsorganisationen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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