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Kultur und Kulturaustausch

Kulturfestival Camera Obscura im Deutsch-Georgischen Jahr

Kulturfestival Camera Obscura im Deutsch-Georgischen Jahr, © Camera Obscura Festival

14.03.2018 - Artikel

Die Kultur- und Bildungsbeziehungen Deutschlands mit Georgien sind Ursprung und Motor der politischen und gesellschaftlichen Kontakte zwischen den beiden Ländern. Aufgabe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) ist es, dieses Fundament zu pflegen und dadurch auch den Aufbau der Zivilgesellschaft sowie den weiteren Demokratisierungsprozess zu fördern.

Die kulturelle Verbundenheit der Georgier mit Deutschland ist eng. Sie blickt auf eine lange Tradition zurück. In verschiedenen Regionen Georgiens ließen sich im 19. Jahrhundert deutsche Einwanderer aus Baden-Württemberg nieder. Ihre Häuser können noch heute in Bolnisi (ehemals „Katharinenfeld“) besichtigt werden. Im 19. und 20. Jahrhundert wirkten Deutsche in Georgien als Forscher, Unternehmer, Maler oder Architekten. Der Geograph und Naturforscher Gustav Radde beispielsweise war 1867 Gründungsdirektor des Kaukasischen Museums, des Vorläufers des heutigen Georgischen Nationalmuseums. Die erste Apotheke und das erste Kino in Tiflis wurden jeweils von einem Deutschen gegründet.

Die Städtepartnerschaft zwischen Tiflis und Saarbrücken existiert seit 1975. Sie wurde - als erste ihrer Art in der damaligen Sowjetunion  - zu einer Brücke zwischen Künstlern und Wissenschaftlern beider Länder und erstreckt sich heute auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Eine weitere Städtepartnerschaft zwischen dem ostgeorgischen Telawi und Biberach a.d. Riß besteht seit 1987.

Deutsche Kultur, Bildung und Sprache werden in Georgien vor allem vom Goethe-Institut in Tiflis, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und mehreren von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen entsandten deutschen Lehrkräften präsentiert. Seit 2010 lernen an der Deutschen Internationalen Schule Tbilissi deutschsprachige Kinder aus verschiedenen Ländern nach einem deutschen Lehrplan und werden darüber hinaus mit der georgischen Sprache und Kultur vertraut gemacht. Das neue Schulgebäude im Stadtteil Bagebi wurde im September 2017 eröffnet.

Deutsch als Fremdsprache hat in Georgien eine lange Tradition. Mehr als 25.000 Schülerinnen und Schüler in Georgien lernen Deutsch an der Schule. Somit ist Deutsch nach Englisch (Pflichtfach) und Russisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache. 13 georgische Schulen gehören zum Netzwerk der PASCH-Initiative („Schulen - Partner der Zukunft“). Seit 1999 kann das Deutsche Sprachdiplom der Stufe 2 (sprachliche Befähigung zur Aufnahme eines Studiums in Deutschland) erworben werden.  Mehr als 2.000 georgische Studentinnen und Studenten studieren heute an deutschen Hochschulen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien besteht aus drei kleinen Gemeinden in Tiflis, Bolnisi und Suchumi (Abchasien) und wird von einem entsandten deutschen Bischof betreut.

Im Jahr 2017 wurde das Deutsch-Georgische Jahr gefeiert, um an die Einwanderung deutscher Siedler 200 Jahre zuvor zu erinnern. Unter dem Motto „Zukunft erben“ fanden zahlreiche Kulturveranstaltungen in Deutschland und Georgien statt, um die Verbundenheit beider Länder zu präsentieren und zu vertiefen. Der Auftritt Georgiens als Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2018 bildet den nächsten Höhepunkt der kulturellen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland.

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