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Gratulation zum Nationalfeiertag

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Vor 102 Jahren ging an der kaiserlichen deutschen Botschaft in Konstantinopel ein Telegramm aus Tiflis ein: Georgien hatte seine Unabhängigkeit erklärt.

 

Zwei Tage später wurde in Poti der Vertrag unterzeichnet, mit dem Deutschland Georgien anerkannte und beide Staaten in enge Beziehungen eintraten.

Sehen Sie auf unserer Website Faksimiles der historischen Dokumente und eine Würdigung von Botschafter Hubert Knirsch.

„Immer wieder bin ich berührt davon, wie viele Menschen in Georgien wissen, dass Deutschland das erste Land war, das 1918 die Unabhängigkeit Georgiens anerkannte. Es ist schön, dass wir für die starken Beziehungen, die es heute gibt, diesen historischen Bezugspunkt, diesen “Erinnerungsort„ haben. Dabei ist es klar, dass die heutigen Beziehungen einen völlig anderen Charakter tragen.

 

Im Mai 1918 war Deutschland in Osteuropa eine Großmacht, die mit Sowjetrussland den vorteilhaften Vertrag von Brest-Litowsk geschlossen hatte. Mit den westlichen Mächten befand es sich weiter im Krieg. Der neue Staat Georgien wurde als ein geeigneter Partner gesehen, um eine Machtposition im Südkaukasus zu schaffen, den Zugang zu Ölquellen und anderen Rohstoffen zu erleichtern, vielleicht sogar um britische Positionen etwa im Iran zu bedrohen. Schon wenige Monate später erwies sich dies alles als Illusion, als Deutschlands Kapitulation den Ersten Weltkrieg beendete. Georgien geriet “zwischen alle Stühle„ und blieb ohne wirksame Unterstützung.

 

 Aus zwei Weltkriege hat Europa die Schlussfolgerung gezogen, dass kleine Länder nie wieder zu Objekten von Großmachtpolitik werden dürfen. Heute pflegt Deutschland die Beziehungen zu Georgien sehr bewusst als Mitgliedstaat der Europäischen Union und der NATO, heute freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit Georgien dem Europarat und der OSZE angehören.

 

Herzlichen Glückwunsch zur Unabhängigkeit!

 

Sakartwelos Gaumarjos!“


Hubert Knirsch

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